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Rangbescheinigung

Bei der Rangbescheinigung handelt es sich um eine notarielle Bestätigung. Der Notar bescheinigt der Bank über das Rangattest, dass die Grundschuld an der vereinbarten Rangstelle im Grundbuch eingetragen werden kann und diesem Schritt nichts entgegensteht. Hindernisse wären beispielsweise bereits beim Grundbuchamt vorliegende Anträge. Der beurkundende Notar übernimmt mit der Bescheinigung die Gewähr dafür, dass die rangrichtige Eintragung erfolgen kann. Die Rangbescheinigung ist nötig, damit die Bank ein vereinbartes Darlehen auszahlt, bevor die Grundschuld im Grundbuch eingetragen wird. Das kann dann von Nutzen sein, wenn der Kauf einer Immobilie frühzeitig abgewickelt werden soll.

Rangstelle

Sind im Grundbuch mehrere Belastungen für eine Immobilie eingetragen, gibt die Rangstelle Auskunft darüber, in welcher Reihenfolge Gläubiger bedient werden, sollte es zu einer Zwangsvollstreckung kommen. Kreditgeber, die an erster Rangstelle im Grundbuch eingetragen sind, werden dementsprechend zuerst bedient, anschließend die Gläubiger, die an zweiter, dritter und den folgenden Rangstellen im Grundbuch genannt sind. Die erste Rangstelle bietet Banken, Bausparkassen und anderen Geldgebern somit die höchste Sicherheit, da sie als erste ihre Ansprüche in voller Höhe geltend machen können. Bestimmt wird die Rangstelle vor allem durch den Zeitpunkt, zu dem der Grundbucheintrag erfolgt. Haben die Grundpfandrechte das gleiche Datum, haben sie die gleiche Rangstelle.

Realkredit

Ein langfristiges Darlehen, das zweck- und objektgebunden ist und durch Grundpfandrechte - Hypothek oder Grundschuld - abgesichert wird, ist ein Realkredit. Gewährt wird ein Realkredit gemäß dem Kreditwesengesetz ausschließlich im Rahmen der Beleihungsgrenze, die in der Regel 60 Prozent des Beleihungswertes entspricht. Die Absicherung durch den Grundbucheintrag erfolgt beim Realkredit bei Banken und Sparkassen immer an erster, bei Darlehen einer Bausparkasse an zweiter Rangstelle. Gedeckt ist der Realkredit nur über den Grund und Boden, also den Boden- bzw. den Verkehrswert und mögliche Erträge aus der Immobilie.

Realkreditinstitute

Realkreditinstitute sind Baufinanzierer, die sich auf Kredite spezialisiert haben, die langfristig ausgelegt sind und durch Grundpfandrecht abgesichert werden. Realkreditinstitute werden auch als Hypothekenbanken bezeichnet und unterliegen somit dem Hypothekengesetz. Die Immobiliendarlehen, in der Regel in Form einer Festzinshypothek, werden durch den Verkauf von Pfandbriefen refinanziert.

Refinanzierung

Um Darlehen vergeben zu können, müssen Banken sich die nötigen finanziellen Mittel über Fremdkapital beschaffen, sprich, sie refinanzieren. Die Refinanzierung kann über verschiedene Wege erfolgen. Zum einen am Kapitalmarkt, etwa über Bankschuldverschreibungen oder die Spareinlagen der Kunden. Zum anderen über die Ausgabe von Pfandbriefen wie bei Hypothekenbanken. Für das Kapital, das Banken sich über die Refinanzierung beschaffen, sind Zinsen zu zahlen. Das Geld ist zeitlich nicht unbegrenzt verfügbar, sondern muss zum vereinbarten Termin zurückgezahlt werden. Die Laufzeit der ausgegebenen Pfandbriefe muss daher mindestens der Zinsfestschreibung des Kredites entsprechen.

Restschuld

Der Teil eines Darlehens, der bis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht getilgt, sprich an die Bank zurückgezahlt wurde, ist die Restschuld. Die Höhe der Restschuld zum entsprechenden Zeitpunkt ergibt sich, sofern die Rückzahlung plangemäß erfolgt ist, aus dem Tilgungsplan, den das Kreditinstitut aufgestellt hat.

Risikolebensversicherung

Im Gegensatz zu einer Kapitallebensversicherung wird über die Risikolebensversicherung ausschließlich der Tod des Versicherungsnehmers abgesichert und erfolgt zum Ende der Laufzeit keine Kapitalauszahlung. Das heißt, die Versicherungsgesellschaft erbringt nur dann eine Leistung, wenn der Vertragspartner innerhalb der vereinbarten Laufzeit stirbt. Im Rahmen der Baufinanzierung ist die Risiko-Lebensversicherung eine kostengünstige Möglichkeit, die Familie abzusichern, sollte der Hauptverdiener sterben und das Darlehen noch nicht komplett getilgt sein. Das unerwartete Ableben würde die Familie ansonsten vor kaum überwindbare finanzielle Probleme stellen. Sinnvoll ist eine Risiko-Lebensversicherung schon alleine aus dem Grund, dass es sich bei der Baufinanzierung um eine sehr langfristige finanzielle Verpflichtung handelt. Mit dem Geld aus der Versicherung kann das Immobiliendarlehen im Todesfall abgelöst werden.
Risiko-Lebensversicherungen gibt es in verschiedenen Varianten. Bekannt sind vor allem zwei Tarife: Auf der einen Seite die Risiko-Lebensversicherung, bei der die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit gleicht bleibt. Zum anderen kann eine sinkende Versicherungssumme vereinbart werden, die sich an der Restschuld orientiert. Abgeschlossen wird die Police in der Regel für die Zeit, die für die Tilgung des Immobiliendarlehens nötig ist.

Rückgewähransprüche

Bestehen seitens des Kunden keine finanziellen Verpflichtungen mehr gegenüber der Bank und wurde der Immobilienkredit ordnungsgemäß zurückgezahlt, hat der Kunde einen Rückgewähranspruch. Das heißt, er hat Anspruch darauf, dass die von der Bank im Grundbuch eingetragene Grundschuld gelöscht wird. Anstelle der Löschung der Grundschuld kann der Kunde auch eine Abtretung bzw. Übertragung der Grundschuld an einen anderen Gläubiger beantragen. Bei nachrangigen Grundschuldrechten lassen sich die Gläubiger die Rückgewähransprüche häufig vom Eigentümer des Grundstücks abtreten. Der Rückgewähranspruch ist grundsätzlich pfändbar und abtretungsberechtigt.

Rücktritt vom Darlehensvertrag

Der Kreditgeber hat unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, mit einer einseitigen Willenserklärung vom Darlehensvertrag zurückzutreten und ihn aufzuheben, wenn der Kredit noch nicht ausgezahlt ist. Gründe für den Rücktritt vom Darlehensvertrag durch die Bank liegen unter anderem dann vor, wenn der Kunde die Voraussetzungen für die Auszahlung innerhalb der Annahmefrist nicht erfüllt bzw. absehbar ist, dass der Kunde sie nicht erfüllen kann. Auch Informationen, die nachträglich bekannt werden und eine Auszahlung nicht rechtfertigen, sowie falsche Angaben des Kreditnehmers im Kreditvertrag führen zum Rücktritt durch die Bank. Der Kunde selbst kann vom Darlehensvertrag zurücktreten, wenn beispielsweise der Kaufvertrag für eine Immobilie nicht wie geplant zustande kommt. Unabhängig welcher Vertragspartner zurücktritt, kann die Bank eine Nichtabnahmeentschädigung vom Darlehensnehmer verlangen, um die entstandenen Kosten zu decken.

Rückzahlung

Die Rückzahlung oder auch Tilgung eines Kredites sind die Zahlungen, die der Darlehensnehmer regelmäßig an den Darlehensgeber leistet, um den Kredit zurückzuführen. Bestimmt wird die Rückzahlung durch die in Prozent angegebene Tilgungsrate, den Zinssatz, die Laufzeit sowie die Optionen der Sondertilgung und der Tilgungsaussetzung. Für die Rückzahlung bzw. Tilgung wird ein Tilgungsplan erarbeitet. In der Regel liegt die Tilgung eines Immobiliendarlehens im Bereich von ein bis drei Prozent.

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