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Gebäudewert

Der Gebäudewert stellt den Wert sämtlicher Gebäude auf einem Grundstück dar, wobei Grund und Boden selbst unberücksichtigt bleiben. Zusammen mit dem Bodenwert ergibt der Gebäudewert den Beleihungswert und fließt daher mit in die Kreditabsicherung ein. Von Bedeutung ist der Wert der Gebäude auch für den Verkehrswert. Ermittelt wird der Gebäudewert gemäß Paragraph 85 des Bewertungsgesetzes (BewG). Grundlage bilden die durchschnittlichen Herstellungskosten auf Basis des Baupreisverhältnisses des Jahres 1958. Sie werden entsprechend auf das Jahr der Wertermittlung umgerechnet. Berücksichtigung finden dabei auch bauliche Mängel, die den Wert mindern, sowie das Alter des Hauses, das sich laut Paragraph 86 BewG aus Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit und dem Hauptfeststellungszeitpunkt (Jahr der Wertermittlung) ergibt. Der Gesetzgeber geht von einer jährlich gleichbleibenden Wertminderung des Gebäudes und der gewöhnlichen Lebensdauer von Immobilien gleicher Art und Nutzung aus.

Geldbeschaffungskosten

Geldbeschaffungskosten fallen für den Kreditnehmer an, wenn er Fremdkapital, damit finanzielle Mittel von Seiten Dritter aufnimmt - beispielsweise durch einen Immobilienkredit von der Bank. Zu den Geldbeschaffungskosten gehören unter anderem die Zinsen, die für den Kredit bezahlt werden müssen, das Disagio, die Bearbeitungsgebühren, die Provision für den Vermittler des Darlehens, die Kosten für den Notar und der Eintrag ins Grundbuch. Die von der geldgebenden Bank in Rechnung gestellten Kosten werden in der Regel direkt vom Nominalbetrag einbehalten. Damit ist der Auszahlungsbetrag des Immobilienkredites niedriger als der Nennwert.

Gesamtbaufinanzierung

Gesamtbaufinanzierung ist eine andere Bezeichnung für die Finanzierung aus einer Hand. Sie bezeichnet die Abwicklung der kompletten Baufinanzierung über ein einziges Kreditinstitut. Das heißt nicht automatisch, dass auch die Gesamtfinanzierung von einem Kreditinstitut übernommen wird, obgleich auch diese Option inzwischen besteht. Es ist durchaus möglich, dass Kredite von verschiedenen Banken aufgenommen werden, wie zum Beispiel ein günstiges Darlehen von der KfW-Bank für Niedrigenergiehäuser. Die Anträge für die Kredite werden allesamt von einem Kreditinstitut gestellt und die entsprechenden Beträge an den Kunden ausgezahlt. Der Vorteil einer Gesamtbaufinanzierung liegt im geringeren Aufwand für den Darlehensnehmer. Er muss seine Unterlagen nur bei einem Bankhaus vorlegen, statt bei jedem einzelnen Kreditinstitut vorstellig zu werden. Zudem ist es im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich, nur eine Grundschuld zu bestellen. Damit hat der Kunde nur einen Ansprechpartner, wodurch sich die Zeit vom Antrag bis zur Bewilligung aller Darlehen erheblich verkürzen kann.

Gesamtschuldner

Gibt es mehrere Darlehensnehmer eines Kredites, ist jeder für sich Gesamtschuldner und somit verpflichtet, unabhängig von den anderen Darlehensnehmern den gesamten noch ausstehenden Betrag zu zahlen. Welchen der Gesamtschuldner die Bank in die Pflicht nimmt, die noch ausstehende Leistung oder Teile davon zu übernehmen, steht ihr frei. Dieses Prinzip gilt, bis das Darlehen komplett zurückgezahlt ist. Vorher ist jeder Schuldner zur Rückzahlung der gesamten Leistung verpflichtet. Die rechtliche Grundlage findet sich im Paragraphen 421 des Bürgerlichen Gesetzbuches: ?Schulden mehrere eine Leistung in der Weise, dass jeder die ganze Leistung zu bewirken verpflichtet, der Gläubiger aber die Leistung nur einmal zu fordern berechtigt ist (Gesamtschuldner), so kann der Gläubiger die Leistung nach seinem Belieben von jedem der Schuldner ganz oder zu einem Teil fordern. Bis zur Bewirkung der ganzen Leistung bleiben sämtliche Schuldner verpflichtet.?

Gewerbedarlehen

Wenn ein Kredit für eine Immobilie aufgenommen wird, die später nicht privat - also für Wohnzwecke -, sondern gewerblich genutzt werden soll, handelt es sich um ein so genanntes Gewerbedarlehen. Üblich sind solche Kredite, wenn Lagerhallen, Werkstätten, Hotels, ganze Fabrikkomplexe, Geschäftshäuser oder Bürobauten finanziert werden sollen.

Gleitzinsdarlehen

Bei einem Gleitzinsdarlehen ist der Kreditgeber jederzeit dazu berechtigt, den Zinssatz dem Niveau des Kapitalmarktes anzupassen. Im Gegensatz zum Festzinsdarlehen, bei dem die Zinsen für die gesamte Laufzeit festgeschrieben werden, gelten beim Gleitzinsdarlehen somit veränderliche bzw. variable Zinskonditionen. Je nach Entwicklung am Markt steigen oder sinken die Zinsen. Das heißt, es gelten b.a.w. (bis auf weiteres) Konditionen. Kunden, die sich für ein Gleitzinsdarlehen entscheiden, statt sich den Zinssatz garantieren zu lassen, gehen ein Zinsänderungsrisiko ein. In der Regel profitieren sie dafür von einem niedrigeren Zinssatz zu Beginn der Laufzeit.

Globalbelastung

Sind gleich mehrere Grundstücke übergreifend durch ein Grundpfandrecht belastet, handelt es sich um eine so genannte Globalbelastung. Jedes einzelne Grundstück haftet dabei für den Gesamtwert des eingetragenen Grundpfandrechts. Sollte der Sicherungsfall eintreten, kann der Darlehensgeber als Grundpfandrechtsgläubiger frei entscheiden, ob er nur ein Grundstück verwertet, alle oder eine Auswahl an Grundstücken, um seine offenen Forderungen zu befriedigen. Die Globalbelastung dient dem Kreditgeber als Sicherheit, sollte der Kreditnehmer nicht mehr zahlungsfähig sein oder seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Grenzattest

Mit dem Grenzattest oder der Grenzbescheinigung bestätigt das zuständige Liegenschafts- oder Katasteramt, dass ein Gebäude einerseits auf dem vorgesehenen Grundstück, anderseits auch innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen errichtet wurde, sprich, die Bebauung muss die nötigen Grenzabstände einhalten. Ausgestellt wird ein Grenzattest durch einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur oder Mitarbeiter des Kataster- oder Liegenschaftsamtes. Für das Grenzattest wird eine Gebühr erhoben.

Grundbuch

Das Grundbuch ist ein öffentliches Register, das beim zuständigen Amtsgericht geführt wird. Ihm sind die Eigentumsverhältnisse, Lasten und Beschränkungen des jeweiligen Grundstückes zu entnehmen. Einsicht nehmen darf jeder, der ein berechtigtes Interesse hat, beispielsweise potentielle Käufer der jeweiligen Immobilie. Dabei genießt das Grundbuch öffentlichen Glauben. Die aufgeführten Tatbestände gelten demnach als richtig. Juristisch betrachtet, ist der Begriff des Grundbuchs nicht eindeutig definiert. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und die Grundbuchverordnung (GBO) haben unterschiedliche Vorgaben. Laut GBO gibt es im Grundbuch für jedes Grundstück ein Grundbuchblatt. Das BGB betrachtet das Grundbuchblatt als eigentliches Grundbuch für das Grundstück. Gegliedert ist das Grundbuch in drei Teile. Die Aufschrift nennt das Amtsgericht, bei dem das Grundbuch geführt wird, den Bezirk und die Nummer des Grundbuchblattes. Teil zwei ist das Bestandsverzeichnis. Hier werden die Gemarkung, die Nummer des Flurstücks und der Flurkarte, die Wirtschaftsart, die Große und Lage sowie die Zu- und Abschreibungen des Grundstückes aufgeführt. Am wichtigsten sind die drei Abteilungen eines jeden Grundbuchs. In der ersten Abteilung werden die Eigentumsverhältnisse erfasst, in der zweiten die Beschränkungen und Lasten und in der dritten die Grundpfandrechte, die auf das Grundstück eingetragen wurden. Für Wohnungseigentum und das Erbbaurecht gibt es besondere Grundbücher. In der Regel werden die Grundbücher elektronischen und nicht mehr ausschließlich in Papierform geführt. Das erleichtert die Bearbeitung und einen schnelleren Zugriff auf die Daten. Möglich wird durch die digitale Form auch ein Zugriff von außen, etwa durch den Notar oder das Kreditinstitut.

Grundbuchauszug

Bei berechtigtem Interesse kann eine vollständige Abschrift sämtlicher im Grundbuch vorgenommener Eintragungen verlangt werden. Diese Abschrift, in der Regel in Form einer beglaubigten Kopie, umfasst nicht nur die aktuellen Daten, sondern auch bereits gelöschte und ältere Eintragungen. Gewertet wird der Grundbuchauszug so, als ob Einsicht in das Grundbuch genommen würde. Das ist grundsätzlich möglich, da es sich um ein öffentliches Register handelt. Vorgelegt werde muss ein Grundbuchauszug, damit der Immobilienkredit ausgezahlt werden kann. Der Auszug ist eine der Grundvoraussetzungen für die Auszahlung. Der Kreditgeber vergewissert sich darüber, dass die vereinbarte Grundschuld auch eingetragen wurde. Damit gehört der Grundbuchauszug zu den Sicherheiten einer Bank.

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