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Auflassungsvormerkung

Die Auflassungsvormerkung gibt dem Interessenten an einem Grundstück zumindest in einigen Punkten die Sicherheit, dass sich der Verkäufer doch nicht anders entscheidet oder Maßnahmen ergreift, die sich später als nachteilig für neuen Besitzer erweisen könnten. Das wäre zum Beispiel dann gegeben, wenn nach den ersten Gesprächen Belastungen oder Verfügungen über das Grundstück vorgenommen würden. Verhindern lässt sich das durch die Auflassungsvormerkung, die in der Abteilung II des Grundbuches eingetragen wird. Sie bildet die Vorstufe zur eigentlichen Auflassung, der notariell beurkundeten Einigung von Käufer und Verkäufer. Ohne Zustimmung des angehenden Grundstückskäufers sind derlei Änderungen nach der Auflassungsvormerkung nicht wirksam. Auch ein Verkauf an eine andere Person wird dadurch verhindert. Die Vormerkung ändert jedoch nichts an den möglichen Folgen, sollten Gläubiger im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Verkäufers ihre Rechte durchsetzen wollen.

Aufwendungsdarlehen und Aufwendungszuschüsse

Aufwendungsdarlehen und Aufwendungszuschüsse fallen in den Bereich der staatlichen Wohnungsbauförderung, mit der vor allem jungen Familien über finanzielle Anreize die Möglichkeit gegeben werden soll, sich Eigentum in Form eines Eigenheims anzuschaffen. Dabei unterscheiden sich die Aufwendungsdarlehen und -zuschüsse in der Art der Förderung, die der Staat bietet. Beim Darlehen handelt es sich um einen zinsgünstigen Kredit, der an die Bauherren vergeben wird. Damit lassen sich die laufenden Belastungen durch die niedrigeren Darlehenszinsen senken. Zuschüsse werden als einmalige oder laufende Leistungen gewährt. Weitere Formen der Wohnungsbauförderung sind Bürgschaften und steuerliche Vergünstigungen. Um in den Genuss der staatlichen Leistungen zu kommen, müssen die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt werden. Sie sind in der Regel an Einkommensgrenzen geknüpft. Das heißt, ab einem bestimmten Jahresgehalt wird keine Förderung mehr gewährt. Im Zusammenhang mit den Aufwendungsdarlehen und -zuschüssen ist die KfW-Förderbank die bekannteste Vergabestelle. Sie stellt in erster Linie privaten Hausbauern finanzielle Mittel zur Verfügung, um Wohneigentum zu schaffen oder Wohngebäude zu sanieren, modernisieren bzw. sie mit Technik zur Nutzung erneuerbarer Energie auszustatten. Ansprechpartner ist nicht die KfW-Förderbank selbst, sondern die finanzierende Bank. Grundsätzlich informieren auch die Ämter für Wohnungswesen über die Möglichkeiten, Zuschüsse oder Darlehen vom Staat zu erhalten.

Auszahlung

Ein Darlehen wird im Normalfall erst dann vom Kreditinstitut ausgezahlt, wenn die nötigen Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind. Typische Voraussetzungen, damit die Bank die Auszahlung vornimmt, sind der von allen Partner unterzeichnete Vertrag, der Eintrag der Grundpfandrechte sowie eine Reihe von Unterlagen wie beispielsweise der Einkommensnachweis und die Papiere zum geplanten Objekt. Sind alle erforderlichen Schritte erfolgt und die Dokumente komplett, wird der Darlehensbetrag ausgezahlt. Anderenfalls besteht die Möglichkeit, dass die Summe vorab auf ein Notaranderkonto überwiesen wird. Geführt wird es von einem Notar, der dafür Sorge zu tragen hat, dass der Betrag zweckmäßig verwendet wird. Eine zweite Option für die vorzeitige Auszahlung ist die notarielle Bestätigung, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die Auszahlung erfolgt abhängig davon, ob ein Haus neu gebaut oder gekauft wird. Beim Immobilienkauf zahlen Banken den Kredit in einem Betrag aus. Bei Neubauten wird entsprechend des Fortschrittes und der Vereinbarung mit dem Bauträger bzw. gemäß der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) in Teilbeträgen ausgezahlt.

Auszahlungskurs

Der Auszahlungskurs gibt den Prozentsatz an, zu dem der Kredit an den Darlehensnehmer ausgezahlt wird. In der Regel beträgt der Auszahlungskurs 100 Prozent, sprich, der Kredit wird in voller Höhe an den Kunden gezahlt. Der Kurs ändert sich, sollte mit der Bank ein Disagio vereinbart worden sein - ein Abschlag vom Nennwert in Form vorausbezahlter Zinsen, durch die sich der Zinssatz senken lässt. Beispiel: Bei einem Disagio über 9,0 Prozent ergibt sich ein Auszahlungskurs von 91 Prozent. Bei einer Baufinanzierung über 100.000 Euro ergäbe sich daraus ein Auszahlungsbetrag von 91.000 Euro.

Auszahlungsvoraussetzungen

Ein Darlehen zur Baufinanzierung wird von Banken nicht ohne Weiteres ausgezahlt. Damit das Geld auf das Konto des Kreditnehmers überwiesen wird, müssen eine Reihe von Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt werden. Sie sind Teil der Darlehensbedingungen. Neben den allgemein üblichen Voraussetzungen wie den vollständig unterschriebenen Verträgen und dem Eintrag des Grundpfandrechts an der vereinbarten Rangstelle im Grundbuch gibt es individuell unterschiedliche Kriterien, die seitens des Kunden erfüllt werden müssen. Dazu gehört, dass Unterlagen und Urkunden vorgelegt werden, zum Beispiel der Kaufvertrag für die Immobilie bzw. das Grundstück, sämtliche Papiere und Fotos zum geplanten oder zum Kauf vorgesehenen Objekt, Nachweise über die Fertigstellung und als Sicherheit für die Bank auch Einkommensnachweise.

Avalgebühr

Die Avalgebühr oder auch Bürgschftsgebühr wird fällig, wenn ein Kreditinstitut mit einem Aval die Bürgschaft für einen Kunden übernimmt oder eine Garantie für ihn stellt. Die Bank verpflichtet sich dazu, dass sie mit ihrer eigenen Kreditwürdigkeit für die Verbindlichkeiten des Darlehensnehmers einsteht. Da sie durch die Bürgschaft das Risiko übernehmen und mit dem Aval ein Verwaltungs- und Arbeitsaufwand verbunden ist, verlangen Banken eine Avalgebühr. Angegeben wird sie in Prozent der Bürgschafts- oder der Garantiesumme. Für die Bearbeitung, die unter anderem die Bonitätsprüfung des Kunden umfasst, wird in der Regel einmalig ein Prozent berechnet. Hinzu kommen 0,5 bis 1,0 Prozent jährlich, mit denen die Bank sich den Aufwand der regelmäßigen Prüfung und das Risiko bezahlen lässt. Dabei spielen auch die Laufzeit des Darlehens und der Zweck der Bürgschaft eine Rolle.

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